RAW-Entwicklung in Lightroom

Die Bilder sind im Kasten, nun ist es an der Zeit, in der Nachbearbeitung das Maximum aus unseren Mondaufnahmen herauszuholen. Wer im RAW-Format fotografiert hat, der hat nun zahlreiche Möglichkeiten, das Bild weiter nachzubearbeiten.
Dieses Tutorial setzt Grundkenntnisse in der Benutzung von Adobe Lightroom voraus, etwa wie man dort Bilder zur weiteren Nachbearbeitung importiert. Die durchgeführten Bearbeitungsschritte an den Bildern werden nachfolgend erklärt.

Zunächst importieren wir alle 20 Mondbilder in Lightroom. Durch Anklicken des jeweiligen Bildes unten in der Bilderleiste wird dieses zur Bearbeitung in den Speicher geladen. Durch Klicken in das groß angezeigte Bild (es erscheint eine Lupe) können wir in das Bild reinzoomen und so die Schärfe besser beurteilen.

Wenn sich verwackelte Bilder darunter befinden sollten, löschen wir diese sofort. Alle anderen werden in nachfolgend beschriebener Weise weiter bearbeitet.

Bearbeitung in Lightroom

  • Wir öffnen das erste Mondbild und zoomen auf 1:1 oder 2:1 Ansicht hinein. So lassen sich Schärfe und Rauschverhalten am besten beurteilen.
  • In den Grundeinstellungen können wir ggf. den Weißabgleich anpassen, falls das Bild einen Farbstich haben sollte. Wenn das Bild zu hell oder zu dunkel ist, können wir mit dem Belichtungsregler die Belichtung ein wenig nachregulieren. Die restlichen Regler lassen wir erst einmal unbeachtet.
  • Im Bereich Details befinden sich die Regler für die Rauschreduzierung. Hier machen wir entweder gar nichts, oder wir versuchen eine leichte Farbrauschreduzierung mit Luminanz 0, Farbe 50, Details 50, Glättung 50. Durch das spätere Stacken wird das Rauschen ohnehin deutlich reduziert.
  • Als letztes gehen wir zu den Objektivkorrekturen und entfernen dort chromatische Aberrationen (CA), sofern vorhanden. Dies sind Farbsäume, vornehmlich am Rand des Mondes. Falls keine vorhanden sind, brauchen wir auch keine zu entfernen.
  • Da der Großteil des Bildes aus Himmel besteht, können wir den ggfs. wegschneiden. Dazu drücken wir die Taste "R" und gelangen in die Freistellung. Hier wählen wir den Mond aus, lassen aber zu allen Seiten ein wenig Platz.

Exportieren der Bilder

Um die Bilder im nächsten Schritt stacken zu können, müssen wir alle Mondbilder nach dem oben beschriebenen Schema bearbeiten.

Am einfachsten geht das, indem wir einfach alle Einstellungen des bearbeiteten Bildes kopieren. Dies geht mit Strg+Shift+C oder über Einstellungen/Einstellungen kopieren in Lightroom. Dort wählen wir Alles aus. Nun wechseln wir zum nächsten Bild und wenden dort dieselben Einstellungen mittels Einstellungen/Einstellungen einfügen oder Strg+Shift+V an.

Wichtig: Da der Mond im Laufe der Belichtungsreihe gewandert ist, müssen wir bei jedem Bild in der Freistellung prüfen, ob er noch komplett im Bild ist, ansonsten ggf. leicht verschieben bis er sich wieder in der Mitte des Ausschnitts befindet.

Nun können wir über Datei / Datei exportieren das jeweilige Bild als 16-bit TIFF speichern. Diese Schritte werden nun für jede Mondaufnahme wiederholt, bis jedes einzelne Bild als bearbeitetes und beschnittenes .TIF gespeichert vorliegt.

Nun können wir daran machen, ein hochauflösendes Mondbild zu erstellen, indem wir die einzelnen Aufnahmen zu einem Summenbild stacken und anschließend noch ein wenig weiter bearbeiten.

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5 Kommentare
Guido am 27.08.16 um 11:00 Uhr
Danke für die wirklich einmalig brilliante Beschreibung und Didaktik. Besser kann man es nicht machen. Bewege mich schon seit vielen Monaten in Internetforen zur Astrononomie, aber so einen guten und sauber nachvollziehbaren Artikel habe ich noch nicht gelesen. Das macht das Internet doch richtig wertvoll. Weiter so, ich freue mich auf weitere Artikel von Dir, Guido
Michael am 21.07.16 um 11:39 Uhr
Gestern Nacht, die Bilder vom Vollmond gemacht und direkt mal super Ergebnisse. Dank deiner Einstellungstips. Heute werde ich das mit Lr. bearbeiten und bin schon ganz gespannt auf das Ergebnis. Bis hierher erst mal Danke für die gut verständlichen Tips.
Bernhard am 09.10.15 um 06:50 Uhr
Lese gerade deinen informativen Artikel, gefällt mir soweit sehr gut. Warum verwendet Du zum Entwickeln der Rawdateien nicht die Funktion _Synchronisieren_? Weiterhin viel Spass beim Fotografieren und Schreiben von solch hilfreichen Artikeln.
Neumann,Artur am 27.09.15 um 18:52 Uhr
Danke für die hilfreichen Ausführungen ,kommen gerade recht für heute Abend ! Gruß Artur Neumann
Sonja am 23.09.15 um 06:46 Uhr
Ich werde mich am Wochenende das erste Mal mit raw und lightroom befassen und die Erklärung ist mir schon eine große Hilfe. Danke.

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